Oberliga: Oduro-Opuni will in die Regionalliga
13.10.2008

Verteidiger Ofusuhene Oduro-Opuni, der im Sommer vom Regionalliga-Neuling Altona 93 zum SV Lurup in die Oberliga Hamburg wechselte, spricht im SportNord-Interview über seine Ziele für die Zukunft und erklärt, weshalb er von 93-Trainer Torsten Fröhling und Altonas Manager Jörg Franke enttäuscht ist ...


SportNord: Wieso sind sie im Sommer 2008 von Altona nach Lurup gewechselt?
Ofusuhene Oduro-Opuni: „Ich bin gewechselt, weil ich am Ende der vergangenen Saison sehr unzufrieden bei Altona war. Ich habe kaum noch gespielt, was ich bis heute nicht verstehen kann, da ich vor meiner Verletzung absoluter Stammspieler war und immer gute Leistungen gebracht habe. Das bittere an der Geschichte ist, dass ich im vergangenen Herbst sehr gut drauf war, ehe ich mich im September beim Spiel gegen Hannover schwer verletzt habe. Ich denke, das war der Knackpunkt einer für mich sehr frustrierenden Saison ... Wäre diese Verletzung nicht gewesen, hätte ich die Saison hundertprozentig durchgespielt. Nach meiner Verletzung und fast zwei Monaten Pause war es sehr schwer für mich, wieder in die Mannschaft zu kommen. Und dann hatte ich, meiner Meinung nach, nicht mehr das volle Vertrauen von Herrn Fröhling: Er ließ mich in der Rückrunde nur noch unregelmäßig spielen - obwohl ich im Training immer Vollgas gegeben habe, war ich nicht mehr erste Wahl. Ich habe in der letzten Saison 14 Einsätze gehabt, das war für mich absoluter Negativrekord. Deshalb wollte ich eine Liga tiefer mein Glück versuchen ... Wegen meinem Studium wollte ich in Hamburg bleiben und hier zu einem ambitionierten Verein, wie es Lurup ist, wechseln. Von allen Vereinen, die mich haben wollten, hat mich der SVL am meisten überzeugt, vor allem Trainer Oliver Dittberner ...“

SportNord: Hätten Sie gerne mit Altona die Herausforderung Regionalliga angenommen?
Oduro-Opuni: „Natürlich! Ich habe mich Anfang der vergangenen Saison riesig darauf gefreut, mit diesem starken Team aufzusteigen - und dann lief es für mich persönlich so schlecht. Es war nicht einfach für mich, zu sagen, dass ich nicht bleibe, sondern eine Liga nach unten gehe. Franke und Fröhling überließen mir die Entscheidung, ob ich bleiben oder gehen will, was ich bis heute sehr komisch finde. Sie haben nie gesagt, wir wollen dich halten oder wir wollen nicht mit dir verlängern ... Es gab nie klare Aussagen über meine Zukunft, sondern es hieß immer nur, dass es schwer für mich werden und die Konkurrenz größer sein würde. Und selbst, als ich gesagt habe, dass mich Konkurrenz nur stärker macht, waren der Trainer und Manager nicht überzeugt von mir. Ich bin von den beiden sehr enttäuscht, wie sie zum Schluss mit meiner Personalie umgegangen sind. 80 Prozent des Teams wussten schon, woran sie sind - nur bei mir war es nie klar. Auch, als ich nachgefragt und um ein Gespräch gebeten habe, kam nie eine klare Aussage von Franke oder Fröhling. Ich glaube, dass sie nicht den Mumm gehabt haben, mir zu sagen, dass ich keine Zukunft mehr bei Altona habe. Deshalb habe ich schließlich von mir aus die Entscheidung getroffen, zu gehen. Ich habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen, sondern mich immer loyal verhalten - aber diese Geschichte werde ich Herrn Fröhling und Herrn Franke nie verzeihen!“

SportNord: Am Ende der Saison absolvierten Sie zwei Regionalligaspiele für den FC. St. Pauli. Wieso sind sie dennoch im Sommer 2006 zu Altona gewechselt?
Oduro-Opuni: „Ja, in meinem letzten Jahr bei St. Pauli durfte ich noch zwei Mal in der Ersten Mannschaft auflaufen, was für mich ein schöner Abschied war. Bei St. Pauli hatte ich eine sehr schöne Zeit und habe sehr viel gelernt. Letztlich war es aber so, dass ich für ganz oben nicht vorgesehen war, obwohl ich eigentlich in der Zweiten Mannschaft über drei Jahre immer konstant gute Leitungen gebracht hatte. Deshalb habe ich beschlossen, mir etwas Neues zu suchen und mich, nach sieben Jahren bei St. Pauli, zu verändern. St. Pauli wollte mich zwar halten, aber ich wollte unbedingt nach oben – und da sahen mich die Verantwortlichen noch nicht ...“

SportNord: Was für Ziel peilen sie mit Lurup an? Kann die Regionalliga langfristig ein Ziel sein?
Oduro-Opuni: „Ich bin nach Lurup gekommen, um ganz klar um die Meisterschaft mitzuspielen. Ein Team. das in der letzten Saison noch in der Oberliga gespielt hat und dort in der Rückrunde sehr erfolgreich war, muss dieses Ziel haben. Und wir haben eine gute Mannschaft, auch wenn wir dies spielerisch noch nicht zeigen konnten. Aber ich glaube an dieses Team, und wir werden noch besser, wenn wir weiter hart an uns arbeiten. Ich denke schon, dass mittel- bis langfristig die Regionalliga für Lurup ein Ziel sein kann. Aber jeder weiß, dass die Auflagen des DFB sehr hoch sind und das Abenteuer Regionalliga nicht gerade billig ist ... Altona ist das beste Beispiel dafür – die Zukunft wird es zeigen.“

SportNord: Sie haben zwei Jahre mit Altona in der alten Oberliga Nord gespielt. Ist die neue Oberliga Hamburg vom Niveau her wesentlich schwächer als die alte Oberliga Nord?
Oduro-Opuni: „Ich denke, die neue Oberliga ist etwas schwächer als die alte Oberliga Nord - aber nicht viel schwächer, denn auch die Oberliga Hamburg ist sehr stark. Die Teams, die oben mitspielen, nämlich Bergedorf 85, der SC Victoria, FC St. Pauli II, Eintracht Norderstedt und Meiendorfer SV und wir, stehen für ein sehr hohes Niveau. Dennoch glaube ich, dass die Oberliga Nord durch die guten Teams aus Schleswig-Holstein, Bremen und vor allem Niedersachsen etwas stärker war.“

SportNord: Am Freitag, 10. Oktober, werden sie 24 ... Was wollen sie in Ihrer Fußballer-Karriere noch erreichen?
Oduro-Opuni: „Ich möchte auf jeden Fall die nächsten Jahre auf hohem Niveau Fußball spielen – und das heißt für mich zumindest in der Regionalliga ... Ich denke, dass diese Klasse vom Niveau her sehr interessant für mich ist und ein Ziel für mich sein muss. Und wenn es für mich noch etwas höher gehen sollte, hätte ich natürlich nichts dagegen.“

SportNord: In der Jugend haben Sie beim SC Teutonia 10 und Eimsbütteler TV gespielt, seit 1999 dann bei St. Pauli ... Haben sie in Ihrer Karriere-Planung alles richtig gemacht?
Oduro-Opuni: „Ja, ich denke schon. In der A-Jugend hatte ich ein Angebot vom Hamburger SV, wo ich bei der Zweiten Mannschaft spielen sollte – aber ich bin bei St. Pauli geblieben, weil ich dachte, dass ich dort den Sprung in den Profi-Bereich eher schaffe als beim HSV. Vielleicht hätte ich noch ein weiteres Jahr bei St. Pauli bleiben sollen, eventuell hätte ich dann den Sprung ins Profi-Team geschafft - aber keiner kann wissen, wie es mir dann tatsächlich ergangen wäre, denn um den Sprung nach oben zu schaffen, gehört auch viel Glück dazu. Fakt ist: Ich habe eine sehr gute Ausbildung bei St. Pauli genossen und hatte auch eine sehr schöne Zeit bei Altona!“


Interview: Johannes Speckner


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