Aktuell: Regionalliga-Reform frühestens 2012
11.02.2010

Nur zwei der ambitionierten Hamburger Oberligisten ziehen eine Bewerbung um eine Regionalliga-Lizenz für die Saison 2010/2011 in Betracht (SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link). Bei vielen Vereinen besteht dagegen der Wunsch nach einer anderen Aufteilung der Spielklassen. SportNord fragte in dieser Angelegenheit einmal in Frankfurt bei Stephan Brause und Manuel Hartmann, die beim Deutschen Fußball-Bund für die Regionalliga verantwortlich sind, nach.

Gegenüber SportNord äußerten sich Brause und Hartmann über ...

... den Ist-Zustand der Regionalliga:

„Im Oktober 2010 findet der DFB-Bundestag statt. Das DFB-Präsidium hatte bereits bei der Einführung der neuen Spielklassen-Struktur beschlossen, bis zu diesem Zeitpunkt eine Analyse vornehmen zu lassen. Dafür haben wir bereits die Weichen gestellt und Gremien gebildet, um die derzeitigen Strukturen zu überprüfen. Dieser Prozess wird vonstattengehen, um im Oktober 2010 gegebenenfalls Vorschläge und Maßnahmenkataloge, die von diesen Gremien erarbeitet wurden, zu übernehmen – wir werden dann sehen, was gegebenenfalls angepasst oder verändert werden muss. Momentan gibt es diesbezüglich noch keine Vorschläge, weil die Arbeitsgruppe erst in den nächsten Wochen tätig werden wird!“

... die Zufriedenheit beim DFB mit den im Sommer 2008 neu eingeführten Spielklassen:

„Die neue Dritte Liga und die drei neuen Regionalliga-Staffeln sind jeweils erst anderthalb Jahre alt – da fällt es schwer, alles schon final zu überprüfen. Auch wenn es in der Dritten Liga unter dem Strich gut läuft heißt das nicht, dass wir diese Spielklasse nicht noch besser machen könnten. Außerdem wird das Thema ‚Dritte Liga, Regionalliga und Verzahnung zur Oberliga‘ von uns komplett behandelt und ganzheitlich betrachtet. Wir werden alles auf den Prüfstand stellen und sowohl was die wirtschaftlichen Anforderungen als auch die technisch-organisatorischen Dinge betrifft eine gründliche Analyse vornehmen!“

... mögliche Ergebnisse der Analyse:

„Wir sind da momentan noch vollkommen vorurteilsfrei und warten ab, welche Ergebnisse die Gremien, die sich um dieses Thema kümmern, zutage fördern werden. Dann werden wir schauen, ob wir gravierende Dinge, nur Kleinigkeiten oder vielleicht auch gar nichts verändern müssen. Klar ist, dass die Interessen zwischen dem DFB, der Deutschen Fußball-Liga, den Profi-Vereinen und den Amateur-Klubs in ihrer Gewichtung und Ausrichtung auch unterschiedlich sein können – das sollte jedem, der sich mit diesem Thema befasst, ebenso wie die Tatsache, dass sich alles noch einpendeln muss, bewusst sein!“

... eine eventuelle Komplett-Neugestaltung der Spielklassen:

„Die Vereine müssen vor einer Spielzeit wissen, was auf sie zukommt, und unter welchen Voraussetzungen sie sich wie wofür qualifizieren können. Falls also schon beim DFB-Bundestag im Oktober 2010 eine Neugestaltung der Spielklassen beschlossen werden sollte, könnte frühestens die Spielzeit 2011/2012 die Qualifikations-Saison sein, und erst im Sommer 2012 eine Neugestaltung der Spielklassen durchgeführt werden. Das sind relativ große Zeitabstände, und so gravierende Änderungen müssen auch vom DFB-Bundestag beschlossen werden – eigentlich sollte es beim diesjährigen Bundestag aber nur Empfehlungen und Analysen, ohne eine klare Handlungsvorgabe, geben. Das heißt, alles könnte sich dadurch noch einmal um eine Periode nach hinten verschieben, oder aber der DFB-Vorstand beschließt die Änderungen nach einer abgeschlossenen Spielzeit!“


Interview: Johannes Speckner

Link: SportNord-Bericht vom 09.02.2010 über die Aufstiegs-Ambitionen der Hamburger Oberligisten

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